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Back to the Roots ..., 28. September 2004
Mit "Gremlins II" befindet sich Jerry Goldsmith wieder auf weitestgehend heimischen Terrain und ist in der Lage ein akzeptables Ergebnis beizubringen. Stilistisch verfolgt er dabei recht konsequent die im ersten Teil begonnene und mit "Link, der Butler" erfolgreich weitergeführte Linie. In diesem Werk geschieht dies allerdings mit am geschicktesten und es gelingt ihm in der Kombination von Orchester und Drum Machine recht differenzierte Klangergebnisse zu erzielen.Betrachtet man speziell die Teile der Musik, in denen Goldsmith auf elektronisch erzeugten Rhythmus verzichtet - dies kann innerhalb des Scores jederzeit und unverhofft passieren - stößt man auf manch interessantes. Es handelt sich hierbei um die Fortführung der Tradition exaltierten Umgangs mit musikalischen Gimmicks, deren Hauptvertreter wohl Scott Bradley war - Tex Averys Tonanarchist und Instrumentensadist bei MGM. So arbeitet Goldsmith fleißigst mit Autohupen, Trillerpfeifen u.a. (meistens wohl gesampelt) und weiß auch normalen Instrumenten originelles "Mickey Mousing" zu entlocken. Gerade mit den durch Elektronik verstärkten Action-Cues kontrastiert, bieten diese Sequenzen Abwechslung und gewinnen dem Gesamtblick die nötige Differenziertheit ab. Eine gewisse Kritik sollte dabei aber auch nicht unerwähnt bleiben. Goldsmith gelingt es nämlich nur bedingt an den anarchistischen Genius Bradleys heranzureichen. Bei ihm bleiben die chaotischen Effekte zusammenfassend auf einige nahezu äußere Merkmale beschränkt. Dies liegt zu einem sicherlich in Länge und Struktur des Filmes, zumindest was die etwas breiter gespannten, melodramatischen Stücke angeht. Doch hätte sich vielleicht gerade hier oder wenigstens bei den Pop/Rock-orientierten Stücken die Möglichkeit geboten, wie es einst eben Bradley tat. Vielmehr setzt Goldsmith auf eine Veredelung, durch z.B. geschickte Streicherführung (wie im beliebten Rag am Schluß), etwas raffinierte Rhythmisierung ("No Rats") oder dem Einfluß von diversen Zitaten ("Dies Irae" im "Gremlin Pudding"). Obwohl Goldsmith insgesamt den alten Cartoon-Scores nacheifert - und dankenswerterweise wieder auf diese Tradition hinweist - ist er eben doch kein wahrer musikalischer Anarchist. Dennoch ist dies auch in thematischer Hinsicht (im Gegenteil zu den letzten "Star Trek"-Scores, dessen Stärke in der Aufbereitung des alten Materials lag) ein für den "späten" Goldsmith erstaunlich erfrischender Score, der die Tugenden der neueren Werke zu einem amüsanten Stück Filmmusik vereint.
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